Allgemein

Der Naturschutzbund

Der Umwelt- und Naturschutz ist ein großes Thema in der deutschen Gesellschaft. Leider reduziert er sich allzu oft auf Sonntagsreden und Grundsatzdiskussionen. In seiner ganzen Vielfalt gelebt wird er vom Naturschutzbund in seiner täglichen Arbeit.

Dabei sein und anpacken, nach diesem Motto arbeitet der Naturschutzbund. Er ist offen für jeden Menschen, ganz unabhängig von Alter und Nationalität. Gemeinsam setzten sie sich für das Allgemeinwohl ein. Vor Ort lernen die Naturfreunde Probleme zu sehen, Ursachen zu erforschen und zu Lösungen zu finden. Die grüne Bürgerbewegung ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer gelebten Demokratie. Wo sonst hat der Einzelne diese Möglichkeiten, aktiv in seine Lebensumwelt einzugreifen und Missstände zu beseitigen?

Ein Schwerpunkt im Naturschutzbund ist die Jugendarbeit. Wer die Natur, und damit die Lebensgrundlage aller Menschen bewahren will, braucht dafür eine tief verankerte Verbundenheit mit all ihren Geschöpfen. Ihre Grundlagen werden in der Kindheit gelegt. Selten werden die Begeisterungsfähigkeit und der Idealismus der jungen Leute in wertvollere Bahnen gelenkt. Sie lernen Durchhaltevermögen und Verantwortungsbewusstsein und gleichzeitig die Freude kennen, die der Umgang mit der Natur ihnen schenkt.

Es gibt viel zu tun beim Naturschutzbund – das sollte allerdings nicht den Blick auf seine großen Erfolge trüben. Die Einrichtung von weitflächigen Naturparks in mehreren deutschen Bundesländern wäre ohne seinen hartnäckigen Einsatz nicht möglich gewesen. Auch die Renaturierung von Flussläufen, die zur Entstehung faszinierender Auenlandschaften geführt hat, ist der Arbeit im Naturschutzbund zu verdanken. Verschollen geglaubte Pflanzen und Tiere haben sich dort wieder angesiedelt. Die Freude darüber ist für die vielen Helfer im Naturschutzbund Belohnung und Ansporn zugleich.

Fischotterschutz

Der Fischotter wird, wie in der gesamten Bundesrepublik, auch in Schleswig-Holstein auf der Roten Liste für vom Aussterben bedrohte Tierarten aufgeführt. Dem deutschen Naturschutzgesetz zufolge steht der Fischotter unter strengstem Schutz, seit 1968 ist die Jagd auf die Tiere verboten. Fischottermännchen unternehmen bei der Nahrungssuche ausgedehnte Streifzüge, sie wandern in der Regel zwischen 10 und 40 Kilometer, selten sogar bis zu 70 Kilometer weit. Schleswig-Holstein gilt als wichtiger Verbindungweg der Tiere zwischen Dänemark und Mecklenburg-Vorpommern, deswegen schreibt das Naturschutzgesetz hier zahlreiche Schutzmaßnahmen vor.

Der Fischotter bevorzugt flache Fliessgewässer mit dicht bewachsenen Ufern als Lebensraum. Da diese Landschaftsform durch Kultivierungsmaßnahmen immer mehr zurückgeht, sieht das Naturschutzgesetz vor, bestehende Rückzugsräume für den Fischotter zu erhalten. Dazu gehören die Naturbelassenheit der Ufergehölze und der Gewässergründe. Desweiteren beinhaltet das Naturschutzgesetz die Schaffung bzw. Wiederherstellung von Lebensräumen, um eine Verbreitung des Fischotters zu ermöglichen. Gewährleistet wird dies durch Renaturierungsmaßnahmen und eine Verbesserung der Wasserqualität.

Auch die Binnenfischerei in Schleswig-Holstein stellt eine Gefahr für Fischotter dar, da diese sich in den Reusen verfangen können. Deshalb wird die Verwendung von Reusengittern empfohlen. Diese verhindern, dass der Fischotter in den Fangsack hineinschwimmt. In Deutschland schreibt das Naturschutzgesetz die Reusengitter nicht ausdrücklich vor, doch in der Fischereiverordnung von Schleswig-Holstein sind Fangmethoden festgelegt, die den Fischotter schonen.

Naturschutzgebiete in Niedersachsen

Ende des Jahres 2009 wurden 774 Naturschutzgebiete in Niedersachsen gezählt, darunter das Biosphärenreservat Untere Elbtalaue, der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und der Nationalpark Harz. Die Naturschutzgebiete Niedersachsen umfassen eine große Vielfalt an Arten und Landschaftsformen. Besonders die beiden Nationalparks des Bundeslandes weisen völlig gegensätzliche und jeweils einzigartige Naturschönheiten auf.

Eines der flächenmäßig größten Naturschutzgebiete Niedersachsen ist der Nationalpark Wattenmeer, welcher den gesamten Küstenbereich der Nordsee zwischen der niederländischen Grenze und Cuxhaven einschließt. Sowohl das Watt als auch die Strände, der Dünenbereich und die Flussmündungen in die Nordsee weisen eine artenreiche Flora und Fauna auf, die als unbedingt schützenswert gilt.

Der Nationalpark Harz gehört zum Teil zu Niedersachsen und teils zu Sachsen-Anhalt. Er ist nicht nur eines der größten Naturschutzgebiete Niedersachsen, sondern auch eines der größten geschützten Waldgebiete Deutschlands. In der Mittelgebirgslandschaft findet man neben üppigen Wäldern malerische Fluss- und Bachtäler sowie grandiose Felsformationen.

Weitere Naturschutzgebiete Niedersachsen umfassen Landschaftsformen wie Moore, naturbelassene Flüsse, Seen und Teiche und viele andere Biotope. In den meisten der Naturschutzgebiete Niedersachsen leben seltene oder bedrohte Pflanzen- und Tierarten, deren Erhalt besondere Schutzmaßnahmen erfordert. Geschützt ist z. B. die Moorlandschaft um den Balksee im Landkreis Cuxhaven. Die Gewässer und naturbelassenen Uferregionen dieses Naturschutzgebietes dienen dem vom Aussterben bedrohten Fischotter als Lebensraum.

Naturschutzgebiete in Bayern

Die Naturschutzgebiete Bayern nehmen eine Fläche von insgesamt 160.000 Hektar ein, das sind insgesamt 2,25 Prozent der Gesamtfläche des Bundeslandes. Die Regierungsbezirke Oberbayern und Schwaben beheimaten den Mammutanteil der Naturschutzgebiete Bayern. Insgesamt sind fast 120.000 Hektar schützenswerte Natur zu bestaunen, welche überwiegend in den herrlichen Landschaften der Alpen zu finden sind. Oberfranken hat flächenmäßig gesehen nur einen relativ geringen Anteil der Naturschutzgebiete Bayern, hier sticht jedoch die Anzahl der unter Naturschutz stehenden Bereiche mit 97 einzelnen Gebieten hervor. Die Lange Rhön und die schwarzen Berge in Unterfranken und die Regentalaue zwischen Cham und Pösing sind die drei größten Naturschutzgebiete Bayern, die nicht Schwaben und Oberbayern zugeteilt sind.

Die Naturschutzgebiete Bayern bedürfen eines ganz besonderen Schutzes ihrer Landschaft. Es befinden sich dort meist schützenswerte Biotope mit seltenen Pflanzenarten oder sie beheimaten wild lebende Tierarten, deren Erhaltung ohne Unterstützung gefährdet wäre. Auch die Natur selbst kann wegen außerordentlich interessanter geschichtlicher Hintergründe, ganz besonderen Eigenarten oder unvergleichlicher Schönheit zur Benennung als Naturschutzgebiet beitragen.

Damit die Naturschutzgebiete Bayern noch für lange Zeit in ihrem jetzigen Zustand erhalten bleiben können, unterliegen sie gewissen Auflagen. Soweit sich Teile der Naturschutzgebiete Bayern in privatem Besitz befinden, muss selbst der Eigentümer Einschränkungen in der Nutzung in Kauf nehmen. Zwar sind die Naturschutzgebiete Bayern der allgemeinen Öffentlichkeit nicht verwährt. Man ist als Gast jedoch angehalten, sich nur auf den ausgezeichneten Wegen zu bewegen und die Natur nicht zu beeinträchtigen. In der Theorie sind diese Grundsätze zwar angemessen, in der Praxis jedoch hapert es leider oftmals in der Umsetzung.